Der Mooskopf

Moosturm-JG 002-830
 
Der Mooskopf ist die markanteste und zugleich eine der höchsten Erhebungen der Moos, einem Gebirgszug im Mittleren Schwarzwald. Der Mooskopf, eigentlich Geisschleifkopf erhebt sich mit 871,2 m. ü. NHN in unmittelbarer Nähe des Siedigkopfes mit 877,5 m. ü. NHN. Die Moos ist eigentlich Hausberg von Gengenbach und Oppenau. Sie trennt das Renchtal in Ost-West-Richtung vom Kinzigtal. Ihr entspringen in Nord-Süd-Richtung das Harmersbach- und das Nordrachtal. Auf dem Mooskopf steht der 1890 errichtete Moosturm, der als Aussichtsturm vom Schwarzwaldverein unterhalten wird. Zwischen Mooskopf und Siedigkopf treffen sich auf dem Geißschleifsattel bekannte Wanderwege wie der Kandelhöhenweg, der Querweg Gengenbach-Schapbach-Alpirsbach oder der Renchtalsteig.

OLYMPUS DIGITAL CAMERAFrüher war die Moos dicht und dunkel mit hochstehenden Fichten und Tannen bewaldet. Aus dieser Zeit ist sie Schauplatz zahlreicher Sagen bzw. Sagenfiguren, von denen immer wieder der „Moospfaff“ auftaucht. Dies soll ein ehemaliger Mönch des Klosters Allerheiligen gewesen sein, der auf dem Weg zu einer „letzten Ölung“ die Hostie verloren haben soll. Seither, so heißt es, geht er um und führt Menschen in die Irre, solange bis er die Hostie wieder gefunden hat.
 
Moosturm-EugenHumpertOrkan Lothar verursachte am 26. Dezember 1999 auf dem Moos- und Siedigkopf schwere Schäden. Der stattliche Baumbestand, dessen Spitzen sogar kaum noch eine Fernsicht vom Turm zugelassen hatte, wurde komplett zerstört. Heute wächst anstelle der vormaligen Monokultur ein wesentlich bunterer und artenreicherer Wald heran. Als Erinnerung an den Jahrhundertsturm Lothar befindet sich auf dem Siedigkopf ein Denkmal, welches von dem Künstler Norbert Feger aus drei über 100 Jahre alten Weißtannen, die ebenfalls Opfer des Sturmes waren, geschaffen wurde. Das Kunstwerk ist 12m hoch und stellt drei aneinander gelehnte Figuren dar, die sich gegenseitig stützen. Von hier aus hat man eine herrliche Fernsicht über das Moosgebiet.
 
Bildquelle Lothardenkmal: Eugen Humpert

Autor: Simone Grosspietsch

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