Wintereinbruch im Nationalpark: Loipen gespurt, Wege gesperrt, feste Ruhezeiten für Tiere

Ein besonderes Erlebnis: Langlaufen im tief verschneiten Nationalpark Schwarzwald. Im Moment ist allerdings aufgrund der starken Schneefälle noch vom Betreten des Waldes abzuraten – Bäume können unter der schweren Schneelast brechen. © Walter Finkbeiner (Nationalpark Schwarzwald)

Aufgrund der starken Schneefälle ist im Moment noch von einem Ausflug in den Wald abzuraten / aktuelle Infos übers Loipenportal

Der Nationalpark Schwarzwald liegt bereits unter einer dicken Schneedecke verborgen, die Mitarbeiter haben auch die ersten Loipen bereits präpariert. „Aufgrund der starken Schneefälle müssen wir im Moment allerdings von einem Ausflug in den Wald dringend abraten – es ist im Moment schlicht zu gefährlich. Viele Bäume – auch im Nahbereich von Wegen und Loipen – drohen unter der Schneelast zu brechen“, warnt Bernd Schindler, der das Loipenteam im Nationalpark koordiniert. Alle aktuellen Informationen gibt es wieder täglich über das Loipenportal im Internet: www.loipenportal.de/nordschwarzwald.

Während Wintersportfans sich auf den Saisonbeginn im Schwarzwald freuen, beginnt für die Tiere im Nationalpark die härteste Jahreszeit. „Viele kämpfen bei Eis und Schnee ums nackte Überleben“, sagt Urs Reif, Leitender Ranger im Nationalpark. „Da es wenig Nahrung gibt, müssen die Tiere zu einem großen Teil von ihren Fettreserven zehren.“ Dabei kann jede Störung für Rothirsche und Rehe, Auerhühner, Hasen oder Marder gefährlich werden. „Sie brauchen geschützte Ruhezonen, um Energie zu sparen“, erklärt Ranger Reif.

Vor allem Menschen auf Schneeschuhen oder Langlaufskiern richten, meist ohne es zu merken, erheblichen Schaden an, wenn sie abseits der Wege querfeldein laufen und so in Wildruhezonen eindringen. Durch Stress oder gar Flucht verbrauchen die Tiere Kraftreserven, die sie zum Überleben brauchen. Das Nationalparkteam bittet daher alle Besucherinnen und Besucher in den kommenden Monaten, unbedingt auf markierten Wegen, Loipen und Schneeschuhtrails zu bleiben, selbst wenn schon Spuren vom Weg abführen sollten. Hunde sind wie immer unbedingt an der Leine führen.

Neben den Erlebnispfaden (Lothar-, Luchs- und Wildnispfad sowie der Allerheiligen-Rundweg), die aus Sicherheitsgründen wie jedes Jahr gesperrt sind, werden in diesem Winter zusätzliche Ruhezonen für die Wildtiere eingerichtet. Im Wegekonzept ist festgelegt, welche Wege über die Wintermonate gesperrt sind, um vor allem für Rotwild und Auerhuhn wichtige und verlässliche Rückzugsgebiete zu schaffen. „Das Schild ‚Wildtierschutzgebiet‘ zeigt, dass es sich um einen solchen Weg handelt“, erklärt Urs Reif. Diese Wege bleiben auch gesperrt, falls die Temperaturen während des Winters nochmal steigen sollten. „Denn wenn die Tiere einmal in den Ruhemodus geschaltet haben, ändert sich das auch bei vorübergehenden Wetterschwankungen nicht – und jede Störung ist für sie ein großes Risiko.“ Aus diesem Grund bittet das Nationalparkteam auch alle Wintergäste darum, sich möglichst ruhig zu verhalten und den Wald mit Einbruch der Dunkelheit zu verlassen.

Tagsüber gibt es dafür viele Angebote, um die Winterfreuden im Nationalpark mit allen Sinnen zu genießen und den besonderen Zauber dieser Jahreszeit zu entdecken, zum Beispiel auf den ausgeschilderten Schneeschuhtrails. Alle Informationen zu Schneeschuhwegen oder geführten Schneewanderungen gibt es im Nationalparkzentrum am Ruhestein und im Veranstaltungskalender auf der Nationalparkwebsite: http://www.schwarzwald-nationalpark.de/erleben/veranstaltungskalender/.

Wer mehr über das Leben der Tiere und ihre unterschiedlichen Strategien für die kalte Jahreszeit erfahren möchte, kann sich von Januar bis März immer samstags mit einer Rangerin oder einem Ranger auf eine spannende Spurensuche begeben.

Autor: Simone Grosspietsch

Share This Post On
468 ad

Kommentar absenden

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.